Erscheinungstermin: 15. Februar 2026
~Liebe, Humor & Ostseefeeling in Timmendorfer Strand~
Karla ist Lehrerin im Kurort Timmendorfer Strand an der Ostsee. Mit Leidenschaft kümmert sie sich um ihre zweite Klasse, als wäre es ihre Familie. Für den Frühling plant sie einen Kleingarten, um ihren Zöglingen die Natur und gesundes Essen näherzubringen. Leichter gesagt als getan, denn die Elternschaft kann sie für ihr Herzensprojekt nicht begeistern. Sascha ist als Einziger bereit, seine Zeit zu opfern. Doch je länger sie zusammenarbeiten, desto mehr hegt Karla den Verdacht, dass er ein Geheimnis hat. In ihrem Wunsch zu helfen, gefährdet sie nicht nur ihr Projekt für die Kinder, sondern auch eine Freundschaft, die sich mehr und mehr in Liebe wandelt.
Komm mit nach Timmendorfer Strand und verliebe dich!
Bei seinen Küssen fällt es mir schwer, nicht die Kontrolle zu verlieren. Seine Wollmütze sitzt ihm leicht schief auf dem pechschwarzen Schopf, seine grüne Daunenjacke ist halb geöffnet und gewährt mir einen aufregenden Blick auf seinen breiten Brustkorb und den grauen Pullover.
»Wir haben uns geküsst«, sagt er mit einem bezaubernden Schmunzeln. Ich verstehe ihn kaum, weil der DJ die Musik aufdreht. Das Feuerwerk ist offiziell vorbei und ich bereue keine Sekunde, dass ich nichts davon mitbekommen habe.
Karla
»Zehn, neun, acht …« Der DJ auf der Bühne an der Seebrücke zählt rückwärts. Um Mitternacht ruft er: »Frohes neues Jahr Timmendorfer Strand!« Seine bunten Strahler neben dem Pult gleiten rhythmisch über die tanzende und schunkelnde Menschenmenge.
»Frohes neues Jahr!«, hallt es aus jeder Richtung über den Ostseestrand, während der eiskalte Wind uns begleitet. Sektkorken knallen, alle fallen einander in die Arme, Jubel bricht aus. Ein neues Jahr beginnt, das alte ist längst vergessen.
Ein Feuerwerk ergießt sich zu Vivaldis Vier Jahreszeiten über die wellige See und sprenkelt den sternenklaren Himmel in den wunderschönsten Farben.
Ich schenke weder dem grandiosen Goldregen noch den Gesprächen um mich herum Aufmerksamkeit. Meine Konzentration gehört Sascha. Besser gesagt seinem Mund, seinen Händen und seiner Zunge, mit der er seit wenigen Minuten meine so zärtlich liebkost, dass alles andere in den Hintergrund tritt.
Er schmeckt nach kubanischem Rum, Limettensaft, Minze und Rohrzucker. Obwohl …, wenn ich länger darüber nachdenke, ist das genau das Getränk, mit dem Caroline mich heute Abend vom Sofa an den Strand gelockt hat.
Bei seinen Küssen fällt es mir schwer, nicht die Kontrolle zu verlieren. Seine Wollmütze sitzt ihm leicht schief auf dem pechschwarzen Schopf, seine grüne Daunenjacke ist halb geöffnet und gewährt mir einen aufregenden Blick auf seinen breiten Brustkorb und den grauen Pullover. Dazu trägt er eine dunkle Jeans und schwere Winterstiefel. Eine Hand vergräbt er in meinen Haaren, mit der anderen umschlingt er mich und hält mich so eng an sich, dass ich selbst bei der geringen Temperatur nicht friere.
Heute Nacht stürmt der Ostseewind besonders kräftig an der Seebrücke. Meine braunen Haare schwingen wie ein Schleier um uns herum. Andauernd stößt uns jemand an, grölt: »Frohes Neues!« Sascha hält dem Rempeln stand. Er lacht an meinem Mund, was mich noch weiter in seine Nähe drängt.
Vor einer halben Stunde habe ich ihn zum Tanzen aufgefordert, weil Caroline mich dazu gedrängt und der Alkohol mir Mut geschenkt hat. Durch den unebenen Sand fiel es mir leichter, meine zwei linken Füße zu verbergen. Wir sind mehr gemeinsam über unsere Stiefel gestolpert, als dass wir schön zusammen getanzt hätten.
Womöglich lag es auch nicht am Sand, sondern an Saschas Blick. Ich weiß nicht, wann es passiert ist, aber seit ein paar Elternabenden schaut er mich auf eine Weise an, bei der mein Herz vergnüglich flattert.
Vor fünfzehn Minuten waren sich unsere Körper schon so nah, dass der Wind kaum zwischen uns gepasst hat.
Und vor einer Minute hat er mich plötzlich an sich gezogen und geküsst.
Das habe ich mir bereits seit der Sekunde gewünscht, in der ich ihn unter der Seebrücke entdeckt hatte.
Trotz meines Vorhabens, offener zu sein, hätte ich diesen Schritt nie gewagt. Ganz gleich, wie viele Mojitos Caroline und ich uns vor Mitternacht im Café Wichtig genehmigt haben.
Umso schöner ist es, dass seine Lippen meine berühren, sein Atem meine Haut streift und meine Finger wie von selbst den Weg zu seinem Pullover suchen.
Wenn ich nicht aufpasse, küsse ich mich noch um den Verstand. Sein Bart kratzt herrlich an meinen Wangen. Sein kräftiges Aftershave mischt sich mit dem Geruch der See, dem Sand und den Muscheln zu einem verführerischen Aroma, das mir die Sinne benebelt.
Seit Mitternacht haben wir kein Wort mehr gesprochen. Wir genießen einander im Herzen der Menschenmenge, die auf der Ostsee das Feuerwerk der Gemeinde verfolgt.